Evangelischer
Handwerker-Verein von 1848

Gastlichkeit, Begegnung und Bildung in München

Der Verein

Der Verein

Der älteste evangelische Verein Münchens verdankt seine Entstehung dem Wunsch, wandernden Handwerksgesellen in sozialer Not und Ungewissheit ein Zuhause auf Zeit zu geben.

Trotz aller Veränderungen seither will der Evangelische Handwerker-Verein bis heute ein guter Gastgeber sein, vor allem für junge Menschen. Bildungsangebote zu Kultur, Religion und Geschichte, Wanderungen und Studienreise, Begegnung und Austausch stehen im Mittelpunkt unseres Vereinslebens. Von den einstigen Wandergesellen haben wir uns die Geselligkeit behalten.

Die traditionell guten Verbindungen zum Handwerk und seinen Innungen werden durch gemeinsame Gottesdienste und Veranstaltungen gepflegt.

Unser Angebot ist vielfältig und Sie müssen dazu weder evangelisch noch Handwerker sein.

In unserem Veranstaltungszentrum in der Mathildenstraße finden Firmen, Vereine und Weiterbildungsinstitute in zentraler Lage technisch gut ausgestattete, ruhige und kommunikationsfreundliche Seminar- und Schulungsräume.

Für auswärtige Auszubildende, die für die Zeit ihres Blockunterrichts an der Berufsschule eine bezahlbare Unterkunft suchen ist unser Wichernhaus die richtige Adresse.
Einige  Wohnplätze im Wichernhaus sind für das Flüchtlingsprojekt für junge Geflüchtete in Ausbildung reserviert. Einen kleinen Eindruck zu diesem Projekt finden Sie im Video weiter unten. 

Und mit dem Waldheim in Gräfelfing, unserem idyllisch gelegenen Vereinsheim mit Außensitzplätzen und einem Ausschank sowie einem Spielplatz, bieten wir Familien mit Kindern und erholungssuchenden Menschen in der warmen Jahreszeit ein lohnendes Ausflugsziel im Grünen.

Sind Sie neugierig geworden? Haben Sie Fragen? Möchten Sie Mitglied in unserem Verein werden?

Nehmen Sie Kontakt mit uns auf, wir freuen uns auf die Begegnung mit Ihnen!

Termine

Termine

Zu allen Veranstaltungen erbitten wir eine Anmeldung unter 089/548626-0 oder info@ehv-muenchen.de

  • ALLE VERANSTALTUNGEN im Dezember 2021 ABGESAGT
    Bleiben Sie Gesund!
  • Seniorenkaffee – jeden zweiten Mittwoch im Monat 14 Uhr
    Bei Kaffee und Kuchen kann zwanglos Begegnung stattfinden.
    Veranstaltungsort: Wichernhaus – Mathildenstraße 4, München

  • Frühjahr/Sommer 2022 – mehrtägige Fahrt in die Hansestadt Lübeck 

Video 

Video Patenprojekt für Geflüchtete

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Kontakt zum Patenprojekt:  handwerkspaten@ehv-muenchen.de 

Geschichte

Geschichte

1848, ein besonderes Jahr der deutschen Geschichte: Erstmals tritt in der Frankfurter Paulskirche eine deutsche Nationalversammlung zusammen, gefolgt von einer Revolution. Im selben Jahr ruft der Hamburger Pastor Johann Hinrich Wichern deutschlandweit auf, im Namen der christlichen Nächstenliebe die sozialen Missstände der Zeit (Kinderarbeit, Ausbeutung in den Industriebetrieben, Armut, soziale Ungerechtigkeit) zu bekämpfen.

Als Wichern 1849 in der St. Matthäuskirche in München predigt, hatte sein Aufruf schon im Jahr zuvor bei Vikar Gustav Seiler und evangelischen Handwerkern offene Ohren gefunden. Die entscheiden sich in ihren Bibelstunden, etwas gegen die Not der wandernden Handwerksgesellen zu tun, denn nach Auflösung der Zünfte ist der Handwerkerstand ohne regelnde und schützende Ordnungen. Viele wandernde Handwerksgesellen stehen buchstäblich auf der Straße und drohen in jeder Hinsicht zu verwahrlosen, gerade in der Großstadt München: Keine Arbeit, kein Dach über dem Kopf keine Hoffnung, kein Halt. Einzelne Handwerkerfamilien bieten zwar Obdach, doch die Not ist viel zu groß. Der Glaube wird zur Tat.

Der Bibelkreis um Vikar Seiler tritt 1848 an die Öffentlichkeit und erhält  als „Evangelischen Handwerkerverein“ die polizeiliche Anerkennung. Er wird damit zum ersten  evangelischen Verein Münchens, wo überhaupt erst seit 1801 evangelische Bürger und Bürgerinnen wohnen dürfen. Die Ziele: Neben der „Pflege religiösen Lebens“ und „echter Geselligkeit“ vor allem soziale, fürsorgerische Aufgaben: Eine Krankenkasse, Bestattungsbeihilfe, eine Sparkasse und im Kriegsjahr 1870 endlich eine Unterkunft für wandernde Handwerksgesellen, die „Herberge zur Heimat“.

 

Johann Hinrich Wichern

Johann Hinrich Wichern

Im Wappen des Vereins sein Leitspruch aus dem 133. Psalm: Siehe, wie fein und lieblich ist’s, wenn Brüder und Schwestern einträchtig beieinander wohnen.

Dem folgend kommen ein Lehrlingsheim dazu, danach zwei Christliche Hospize, so dass an der Kreuzung Mathildenstraße/Landwehrstraße Münchens „Evangelisches Eck“ entsteht.

Von Anfang an macht der Verein Angebote zur allgemeinen und beruflichen Fortbildung, vergleichbar den heutigen Volkshochschulen. Mit der Zeit wird der Evangelische Handwerker-Verein zusammen mit dem Verein für Innere Mission das Zentrum evangelischen Lebens in München, zu dem auch das miteinander singen, tanzen, turnen, Theater spielen und sogar ein eigenes Orchester gehören.

Politische Willkür und Verblendung setzen dem ein Ende. Die Einrichtungen des Vereins werden von den Nazis beschlagnahmt und alle Häuser durch mehrere Luftangriffe völlig zerstört.

Nach dem Zweiten Weltkrieg fängt man an wie einst: Mit Bibelstunden im kleinen Kreis und hilft, wo man helfen kann. Vereinsabende bieten Gemeinschaft in der Verunsicherung der Nachkriegsjahre. Gerade in diesen schweren Zeiten tut Geselligkeit gut. Jugendarbeit wird nun neuer Schwerpunkt und 1954 kann in der Mathildenstraße 4 mit dem „Wichernhaus“ ein Jugendwohnheim für Auszubildende mit 100 Plätzen eröffnet werden, für das es bis heute großen Bedarf gibt.

Seit Anfang der 50er-Jahre des letzten Jahrhunderts finden im idyllisch gelegenen Waldheim in Gräfelfing Ferienerholungsmaßnahmen der Inneren Mission München statt.

In den sechziger Jahren werden zusammen mit „Brot-für-die-Welt“ Stipendien für Auszubildende insbesondere aus unterentwickelten Ländern vergeben, was heute mit dem „Wichernprojekt“ fortgeführt wird, das Auszubildenden mit Flucht-Geschichte Wohnmöglichkeit gibt.

Seit der Eröffnung des Evangelischen Sozial-Zentrums 1982 gibt es wieder ein „Evangelisches Eck“ an der Mathilden-/Landwehrstraße: Das Wichernhaus für Auszubildende, das Veranstaltungszentrum des Handwerker-Vereins mit Mathildensaal und Seminarräumen, das Beratungszentrum des Evang.-Luth. Dekanatsbezirks München und sein Kirchengemeindeamt, sowie in guter Nachbarschaft das Hostel des CVJM.

Das Waldheim des Vereins in Gräfelfing ist in den Sommermonaten beliebtes Ziel nicht nur der Vereinsmitglieder, sondern vieler, die in der Natur Erholung suchen.

Bildung ist ein Grundanliegen des Vereins geblieben, durch eigene Veranstaltungen und in Zusammenarbeit mit dem Freundeskreis der Evangelischen Akademie Tutzing.

 

Wohnheim „Wichernhaus“

Der Verein ist heute Mitglied im Diakonischen Werk Bayern und pflegt die  Verbindung mit dem Handwerk durch Kontakte zu den Innungen und der Handwerkskammer, sowie den „Kirchlichen Diensten in der Arbeitswelt“ der „Evangelischen Kirche und den ökumenischen Partnern.

Im Lauf seiner Geschichte hat der Verein schon mehrfach seine Satzung überdacht, seine Angebote erweitert und Realitätssinn bewiesen, ohne sein Grundanliegen aufzugeben.

Auch wenn sich seit 1848 in Handwerk, Kirche und Gesellschaft vieles  verändert hat und die Zahl der „echten“ Handwerker im Verein sehr stark zurückgegangen ist, so gilt doch immer noch: Christlicher Glaube, soziale Mitverantwortung und ein gutes Miteinander in Arbeit und Freizeit gehören zusammen, nicht nur im Evangelischen Handwerker-Verein von 1848 München.

Leitung

Leitung

Vorstand (gewählt bis 2022)

    • Vorsitzender: Volker Herbert
    • 1. Stellv. Vorsitzender: Stefan Neukamm
    • 2. Stellv. Vorsitzende: Elisabeth Leibold
    • Schatzmeister: NN (kommissarisch Volker Herbert)
    • Schriftführer: Paul Woldt
    • BeisitzerInnnen: Helga Hecht, Karl Müller, Magdalena Bauer

Mit der Geschäftsführung hat der Verein Marc Dittberner beauftragt.

Marc Dittberner

Marc Dittberner

Geschäftsführer

EHV-Info

EHV-Info

Zweimal im Jahr erscheint die Mitgliederzeitschrift EHV-Info. In der Mitgliederzeitschrift erhalten sie einen Einblick in die aktuelle Arbeit des Handwerker-Vereins.